„Sag‘ mir wo die Blumen sind…?“

Man konnte sie bei der Arbeit nicht übersehen: An einem Mittwochnachmittag Ende Mai pflanzten zur regelmäßigen Zeit der Ukrainischen Runde des Café Língua auf dem Außengelände der Jungen Linde am Hubeweg aufgeschlossene Menschen viele wunderschöne bunte Sommerblumen.

„Mädchen ‚pflanzten‘ sie geschwind…“. Marlene Dietrich machte die deutsche Version von „Where Have All The Flowers Gone“ 1962 berühmt. Kaum bekannt ist, dass das Lied auf ukrainische Musik zurückgeht, aber auch auf russische. Am vergangenen Mittwoch waren es nun 14 aus der Ukraine geflohene Frauen, die gemeinsam mit Imker Günter Kleinhans und Detlef Wieczorek von der Käseecke als Botschafter des Einbecker Wochenmarktes, sowie Hennig Reichardt von Reichardts Blumeneck und der Kulturfamilie Keil insgesamt 100 Blumenkübel mit Sommerblumen wie Geranien, Petunien und Lobelien bepflanzten.

„Das Bepflanzen der Blühlaternen-Kübel tat uns einfach gut. Die Liebe zur Stadt in der man lebt wird einem viel bewusster, wenn man sie verlassen muss. Nun können wir uns auch hier in Einbeck auf den Sommer freuen. Das zu erwartende Wachstum der Sommerblumen lässt uns mit Zuversicht nach vorne blicken.“, so die vierundzwanzigjährige Ukrainerin Angelina Streletska, die seit zwei Monaten in Einbeck einen Zufluchtsort gefunden hat und inzwischen bereits in der Jungen Linde einen Kreativkurs für Kindern anbietet.

„Es freut mich sehr, dass die Blumen für Einbeck wie jedes Jahr auch in Einbeck gezüchtet worden sind. Reichardts Blumeneck hat insgesamt gut 500 Sommerpflanzen aus Liebe zur eigenen Stadt zu einem unschlagbar günstigen Preis geliefert.“ so Martin Keil, der sich seit 2020 die Organisation und Pflege, sowie die sukzessive Ausweitung der Einbecker Blühlaternen auf neue Straßenzüge zur Aufgabe gemacht hat.

Der Einbecker Wochenmarktverein beteiligt sich wieder an den Kosten für die Pflanzen und die Blumenerde. „Die in den Vorjahren erbrachte Arbeit des Pflanzens machte heute im großen Kreis mal so richtig viel Spaß“, freute sich Henning Reichardt nach getaner Arbeit. Mit einem sehr willkommenen kulinarischen Gruß in Form von leckeren Kuchen erfreute dann auch noch der Marktbäcker Mathias Baars alle Gärtner und Gärtnerinnen.

Inzwischen wurden die Blumenkübel bereits an den Laternen in der Innenstadt aufgehängt. Im Laufe der Woche werden dann auch noch rund 25 Laternen am Altendorfer Tor erstmalig mit Blumenkübeln zu Blühlaternen verwandelt. Es wird darauf gehofft, die bisher privat verauslagten Kosten für die neu beschafften Kübel sowie die Gießtechnik, das Gießwasser und den Dünger über „Blühlaternenpaten“ zumindest zu Teilen wieder einspielen zu können. Die Übernahme der Patenschaft für eine Blühlaterne wird mit 300 € veranschlagt, was in etwa den Anschaffungskosten für einen Stadtlaternendoppelkübel inklusiv Aufhängung entspricht. Detaillierte Informationen werden unter www.kulturell.es/blueht präsentiert.

„Die Organisation des Projektes, das Bepflanzen und Aufhängen der Kübel sowie die rund 50 Gießeinsätze pro Saison werden wie eh und je komplett ehrenamtlich geleistet. In diesem Jahr möchte sich an dieser Arbeit nun auch die Ukrainische Runde des in der TangoBrücke residierenden Café Língua weiter beteiligen.“ berichtet Blühlaterneninitiator Martin Keil erfreut.

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